Stammapostel Krebs

Dr. Manfred Henke (aus Lübeck)– Mitglied der Arbeitsgruppe „Geschichte der Neuapostolischen Kirche“
- hatte als Historiker 2012 und 2013 in 15 Artikeln in der Zeitschrift „Unsere Familie“ die Kirchengeschichte
auf der Basis umfangreicher Quellen-Recherchen für die Zeit bis um 1900 dargestellt.*

In der Epoche nach der Trennung von den katholisch-apostolischen Aposteln also 1863 bis ca.1900 –
warteten Apostel Schwarz und seine Mitstreiter auf die Vervollständigung der Zwölfzahl und hofften auf eine
baldige Vollendung der Kirche. Dabei bestand eine enge Verbindung zwischen Amsterdam und Hamburg,
die 1878 nach dem Tod des Apostels Preuß durch die Aktivitäten des Propheten Geyer vorübergehend
gestört wurde.

Ausgehend von diesen auf den ersten Blick manchmal recht verworren erscheinenden Verhältnissen
schilderte Dr. Henke nun im ersten von zwei Vorträgen die Zeit zwischen 1863 bis 1905, in der sich aus
Ansätzen unter Apostel Schwarz durch das Wirken von Carl August Christian Friedrich (Fritz) Krebs das
Einheitsamt entwickelte, das wir heute als Stammapostelamt kennen.

Geboren am 30.7.1832 in der Ortschaft Elend im Harz, 1865 von Apostel Preuß versiegelt, wurde Krebs
1881 als Apostel ausgesondert.

Unter Fritz Krebs erfolgte eine rasche Weiterentwicklung. Er belegte als anerkannte Integrationsgestalt im so
genannten „Apostelring“ einen wichtigen Platz in der frühen NAK. Das Ideal des „Apostelrings“, bereits von
Apostel Schwartz begründet, prägte das Wirken von Fritz Krebs. Damit wollte er die Aposteleinheit stärken.
Wichtig war ihm auch, dass Apostel nicht (nur) durch prophetische Weissagungen gerufen, sondern auch zu
diesem Amt durch Handauflegung ausgesondert bzw. ordiniert wurden.

Nachdem 1895 Apostel Menkhoff und Apostel Schwartz verstorben waren, übernahm Krebs vorübergehend
auch die Leitung der beiden verwaisten „Stämme“. Damals nannte man so die Arbeitsbereiche der Apostel in
entsprechend der katholisch-apostolischen Tradition nach den zwölf Stämmen Israels. Eine genaue
Auswertung der Quellen zeigt, dass Fritz Krebs nur dann „Stammapostel“ genannt wurde, wenn er in seinem
„Stamm“ Ephraim im Unterschied zu einem ihm dort unterstellten Apostel genannt wird.

   

In der Predigt zum Pfingstgottesdienst 1897 wies Apostel Niehaus darauf hin, dass eine einheitliche Leitung
der (neu-)apostolischen Gemeinden nötig sei. Aber auch in der Trauerrede am Grab von Fritz Krebs (gest.
20.1.1095) nennt ihn Hermann Niehaus – sein designiertes Nachfolger – nicht Stammapostel, sondern
„Vater-Apostel“. Nur drei schriftliche Quellen (ausschließlich aus seinem eigenen „Stamm“) erwähnen Krebs
als Stammapostel.

Auf die Frage „Wann wurde Krebs Stammapostel?“ sagte Dr. Henke: „Wir sollten uns von der Vorstellung
trennen, dass es ein eindeutiges Datum hierfür gibt. Auch von der damit verbundenen Meinung, dass eine
Ordination zum Stammapostel stattfand, müssen wir uns verabschieden.“


*zusammengefasst in der Broschüre „Unterwegs zur Neuapostolischen Kirche - 150 Jahre
Kirchengeschichte“ erschienen im Dezember 2013.
Download über http://www.nak-kronberg.de/rueckblick/2014-2/2587-2.html

Der zweite Vortrag über „Die NAK unter Stammapostel Niehaus“ beginnt am Fr 7.11.2014 um 19:30 Uhr.