Warum?    Wozu?  Vortrag von Prof. Dr. Christian Kummer SJ

In christlichen Glaubensbekenntnissen wird Gott als der Allmächtige bekannt.
Dazu gehört auch die Vorstellung, dass er allwissend und allgegenwärtig ist.
Gläubige Christen beschäftigt insbesondere nach Schicksalsschlägen die Frage
nach dem „Warum?“ und dem „Wozu?“. In ihren Gebeten werfen sie das sogar Gott vor.
Denn sie glauben ja auch, dass er gütig und gnädig ist. Einfache schlüssige Antworten gibt es nicht.

    
Aus Sicht eines Biologen und den Erfahrungen als Seelsorger konnte uns Prof. Dr. Christian Kummer
ein Gottesbild entwerfen, das sowohl für naturwissenschaftlich denkende Menschen akzeptabel ist
als auch dem frommen Verlangen nach einem anbetungswürdigen Gegenüber gerecht wird.

Ausführlicher Bericht zum Download:  Vortrag Kummer (pdf)

Vortrag und Workshop von Mathias Eberle 21.und 22.4.2017 

Die katholisch-apostolischen Gemeinden gelten ja als Ursprung der Neuapostolischen Kirche. Deren
Geschichte von den Anfängen in den 1830er-Jahren bis heute ausführlich darzustellen, gelang Mathias
Eberle (Vorstandes vom Netzwerk Apostolische Geschichte e.V. mit Sitz in Brockhagen / Bezirk Bielefeld)
schon in seinem Einführungsvortrag am Freitagabend, 21.4., mit dem Titel „Was uns apostolisch macht“
so lebendig, dass das anspruchsvolle Publikum nicht nur nicht enttäuscht wurde, sondern sich danach
sieben aus den rund siebzig Zuhörern zum Workshop am nächsten Tag als Teilnehmer nachmeldeten.

   

An diesem Samstag, 22.4., wurde dann mit 25 Teilnehmern die Geschichte der katholisch - apostolischen
Gemeinden mit Ursprung in England vertieft behandelt – incl. der damals gepflegten Liturgie mit vielen
Stücken zum Mitsingen.
Ja, es gibt noch Gemeinden in der Tradition der englischen Ordnung verstreut über ganz Deutschland,
zwar wenige – aber praktizierende. Eine sehr interessante „Zugabe“ waren Eberles Informationen über
zahlreiche, eher unbekannte Kleinstgruppierungen bis in die Gegenwart.

Ausführliches Material und weiterführende Informationen findet man unter:

"Was uns apostolisch macht..." (pdf)

Netzwerk Apostolische Geschichte

Katholisch-apostolische Gemeinden (Wikipedia)

Die Apostolischen in Deutschland (pdf)

Liturgie von 1864

Das Manuskript des Vortrags: "Unternehmerische Sozialverantwortung im neuapostolischen Umfeld"

Die Wandergruppe mit über 50 Teilnehmern traf sich um 13.00 Uhr auf einem Parkplatz in Seitzental.
Nach freudiger Begrüßung untereinander ging es nach einem kurzen Aufstieg
zum Rastplatz " Geigerles Lotterbett ".


Zwei Steinplatten aus Buntsandstein sind bei dem Felsen gegeneinander
gestellt und es entsteht der Eindruck eines steinernen Zelts.
Der Name des Felsens leitet sich aus einer Geschichte ab, wonach ein armer Musikant,
der das Geld für eine Übernachtung im Gasthaus nicht aufbringen konnte,
hin und wieder in diesem Felsen nächtigte.


Auf dem Rastplatz hatten Hilde und Norbert schon ein Feuer gemacht
und in einem großen Kessel Wasser gekocht. Auch Schmalzbrote und ein Hefezopf waren vorbereitet.
Jetzt könnte jeder mit einer Tasse Kaffee den ersten Boxenstop genießen.
Nach dieser Pause machten wir uns auf den Weg zu der 400 Meter entfernten Ruine Waldeck
die sehr beeindruckend ist und zu den größten Burgen der Umgegend zählt.

   
An Resten der Vorburgen vorbei mußte eine steile Treppe gemeistert werden.
Aber auch das wurde geschafft.

   
Gegründet wurde die Burg 1220 bis 1240 von den Herren von Waldeck auf diesem Bergsporn im Nagoldtal.
Nach ausgiebiger Besichtigung der Anlage wanderten wir dann weiter nach Altbulach
und kehrten in der Krone ein. Nach Essen, Trinken und schönen Unterhaltungen miteinander
traten alle mit großer Freude den Heimweg an.

 

Über dreißig geschichtlich interessierte Sänger waren gekommen, um die Musik des 19. Jahrhunderts kennenzulernen und in einem Workshop praktisch auszuprobieren - so, wie sie damals insbesondere in den katholisch-apostolischen Gemeinden gepflegt wurde.
Die Psalmen der Bibel sind ja die ältesten Lieder der Kirche. Auch in den katholisch-apostolischen Gemeinden des 19. Jahrhunderts und in der frühen (neu-)apostolischen Zeit wurden sie in England, Nord- und Süddeutschland vielfach gesungen, allermeist nach den einfach zu erlernenden und klangvollen Melodien der anglikanischen "Chants".

    

Bibeltexte flossen auch in das liturgische Singen, in die Musik für den Gottesdienst ein, die so ausgelegt war, dass sowohl größere Chöre als auch kleinere Gemeinden ohne Mühe Gottesdienste gestalten konnten.
Neben dem Psalmengesang und den liturgischen Gesangsstücken besaßen die frühen Gemeinden mehrere Gesangbücher mit einer Vielzahl alter und neuer Lieder und Hymnen.

Ein Jahr vor dem Reformationsjubiläum 2017 unternahmen wir Anfang Oktober 2016
eine Busreise zu den wichtigsten Orten, wo Martin Luther vor 500 Jahren gewirkt und gelebt hatte.
In Eisenach bot sich an, zuerst auch das Geburtshaus von J.S.Bach aufzusuchen.

      

Im März 1685 war er dort als jüngstes von 8 Kindern des Ambrosius Bach und  
dessen Frau Elisabeth geboren und in der Georgikirche getauft worden.
Der spätgotische Taufstein wird heute noch benützt. Bach besuchte auch die Lateinschule,
die schon Martin Luther vor ihm besucht hatte. In dieser Kirche predigte Luther 
noch am 2.Mai 1521, kurz bevor über ihn im Wormser Edikt die Reichsacht verhängt wurde.

  

Sehenswert war in Eisenach vor allem das Lutherhaus, eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser
Thüringens; hier wohnte Luther bei der Familie Cotta während seiner Schulzeit von 1498 bis 1501.
Am Markt steht neben dem Renaissance-Rathaus sowie der achteckige Georgs-Brunnen
mit dem Drachentöter.
Kalt und regnerisch war es, als wir die Wartburg besuchten und u.a.
auch das kleine Zimmer besichtigten, wo Luther – am 4.Mai 1521 von den Soldaten
Friedrich des Weisen heimlich entführt - als „Junker Jörg“ getarnt 
zwischen Mai 1521 und März 1522 das Neue Testament in die deutsche Sprache übersetzte.
Am Erntedank-Sonntag besichtigten wir nach dem Gottesdienst in Erfurt,
der Landeshauptstadt von Thüringen, in einer Stadtführung zahlreiche geschichtsträchtige Orte,
so das Lutherdenkmal, die Krämerbrücke, den Kaisersaal, die Büste Napoleons in der Staatskanzlei,
den Fischmarkt mit dem neugotischen Rathaus, die Predigerkirche der schönen Bronzetüre
des deutschen Mystikers Meister Eckhart, die alte Synagoge (mit 900 Jahren die älteste in Europa)
und die Wahrzeichen der Stadt auf dem Domberg - den Erfurter Dom und die Severikirche. 

Vortrag von Dr. Karl-Peter Krauss am 11. Februar 2016 im Forum Fasanenhof

In einer regionalen Studie - Württemberg - wurde die Situation der Neuapostolischen Kirche (NAK) untersucht, die im vom Pietismus geprägten altwürttembergischen und evangelischen Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg extreme Zuwachsraten zu verzeichnen hatte.
Bisherige Arbeiten über die Neuapostolische Kirche beschränkten sich fast durchweg auf Archivmaterial der Oberbehörden und der Partei des NS-Staates in staatlichen Archiven. Doch es gibt Akten der unteren Verwaltungsbehörden, die eine breitere Rekonstruktion etwa der Überwachung zulassen. Grundprinzip bei der Quellenrecherche muss das Ziel eines breiten, multiperspektivischen Zugangs sein. Leider gibt es zu dieser Thematik nur wenig internes Archivmaterial der NAK.

In Württemberg selbst erfolgte durch das Innenministerium am 14. Juni 1933 ein Verbot der Werbung für die Ernsten Bibelforscher (Zeugen Jehovas) und der NAK. Dies hatte in Bezug auf das Wachstum sofort unmittelbare Auswirkungen bis auf die Ebene der einzelnen Gemeinden.

Im Vortrag wurden u. a. drei wesentliche Aspekte thematisiert: Die Mitgliederentwicklung der NAK in der Zeit des Nationalsozialismus, die Frage der Überwachung durch den NS-Staat sowie die formale Belastung leitender Funktionsträger der NAK. Als Analysekategorien bieten sich diese Punkte deshalb an, weil diese Fragen insbesondere in der (kritischen) Literatur über die NAK eine wesentliche Rolle spielen. Dort galt eine dynamische Mitgliederentwicklung als Ausdruck für ein weitgehendes Maß an Staatskonformität und Staatsbejahung; die in den staatlichen Akten enthaltenen Äußerungen der Kirchenleitung scheinen dies noch zu untermauern.

 

Fast durchweg wird in der einschlägigen Literatur über die Kirche eine positive Mitgliederentwicklung zwischen 1933 und 1945 konstatiert, die sich aber insbesondere auf das „Leitheft über die Neuapostolische Gemeinde e. V.“ beruft, das im Mai 1937 vom „Reichsführer-SS“ und Chef des Sicherheitshauptamtes Heinrich Himmler (1900-1945) herausgegeben worden war. So sei die Mitgliederzahl der NAK von 1933 bis 1936 von rund 240.000 auf knapp 290.000 Personen gestiegen - also um 50.000.

Wie in den vergangenen Jahren, war auch 2016 Erntedank ein besonderes Fest im Forum Fasanenhof.
Die zahlreichen Besucher ließen sich das vorzügliche Essen schmecken.

   

Eingedenk des vielen Hungers in dieser Welt, dürfen wir täglich dafür danken, daß wir immer genug zu
Essen haben, denn alles was wir essen ist ein Geschenk Gottes.

 

Auch unserer Küche (Rolf und Renate Maier) und den vielen Helfern danken wir für dieses gelungene
und schöne Fest.

 

Am 26.10.2015 besuchte uns Bischof i.R. Ludwig im Forum. Er hat 22 Jahre lang die Geschwister in Israel betreut und gab uns anhand von Bildern einen Einblick in seine Arbeit dort.
Bischof Ludwig liebt Israel, das Land fasziniert ihn, und das war den ganzen Abend über deutlich zu spüren.
„Das Land Israel ist aus biblischer Überlieferung seit vielen Jahrhunderten bekannt, der Staat Israel allerdings feierte 1998 erst den 50. Jahrestag seiner Gründung. Das moderne Israel ist ein Land voller Widersprüchlichkeiten und Gegensätze. Tel Aviv, das Handelszentrum Israels, wurde in diesem Jahrhundert gegründet. In der Stadt, die durch ihre moderne Architektur auffällt, sprüht das Leben in den Straßen rund um die Uhr. Keine 100 Kilometer entfernt, in der Wüste Juda, leben Beduinen in Hauszelten mit all ihrem Hab und Gut. Im Land werden drei Sprachen gesprochen: Hebräisch, Arabisch und Englisch, die zudem drei sehr unterschiedliche Schreibschriften haben. Durch die zahlreichen Einwanderer aus Russland kam mit dem Russischen als vierte Sprache auch die kyrillische Schrift hinzu. Eine ähnliche Vielfalt findet man auf religiösem Gebiet. Das zeigt sich beispielsweise in den Gebräuchen und Festen der Religionsgemeinschaften. Haben die Muslime ihren Ruhetag am Freitag, so feiern die Juden ihren Sabbat vom Freitagabend bis zum Samstagabend, und bei den Christen ist der Sonntag der Ruhetag (von Mitternacht bis Mitternacht). Auch die Neujahrsfeste und hohen Feiertage liegen ganz unterschiedlich über das Jahr verteilt. Nicht einmal in der Anzahl der Tage im Jahr entsprechen sich der jüdische und der westeuropäische Kalender.“ (Zitat aus: NAK-Süd)

An einem der heißesten Tage (35°C im Schatten) in diesem Sommer trafen 32 Interessierte,
um sich vom Stadtführer Manfred Beyer (BezEv.i.R.) durch Tübingen führen zu lassen.
Von der Neckarinsel aus erläuterte er zuerst das weltberühmte Häuserensemble am Neckarufer
mit Stiftskirche und Hölderlinturm, gab einen kurzen humorvollen Abriss der Geschichte und
umriss das Schicksal Hölderlins. Dann ging es durch die Neckargasse zur Stiftskirche.
Hier erhielten wir einen kurzen aber informativen Überblick über die Reformation in Tübingen.

 

„Shalom, Herr Levi - Jüdisches leben heute“ heißt das kleine Buch, das Andreas Martz zusammen mit Uwe Heimowski (beide Gera)geschrieben haben und in dem eindrucksvolle Photos von Roman Mordashev die Vielfalt und Gegensätzlichkeit des heutigen jüdischen Lebens zeigen.
Andreas Martz kam durch einige Erlebnisse in seiner Kindheit und Jugend dazu, sich intensiv mit dieser Thematik zu beschäftigen und hat seither zusammen mit Uwe Heimowski schon ungefähr elfmal Gruppen durch Israel geführt und so dieses faszinierende Land liebgewonnen hat. . Er ist lebt und arbeitet in bzw. bei Gera und ist in der dortigen Gemeinde als Priester ehrenamtlich tätig.
„Shabbat Shalom!“ so wurden wir an diesem Freitagabend begrüßt und anhand einiger Kapitel dieses Buches in die Thematik eingeführt. Der Shabbat beginnt ja schon am Freitagabend, sobald man „einen blauen nicht mehr von einem grauen Wollfaden unterscheiden“ kann. So werden Anfang und Ende eines Tages bewusst erlebt, Nicht wie bei der christlichen Zeitrechnung, wo ein neuer Tag um Mitternacht beginnt, wo die meisten schlafen. Andreas Martz erzählte von einigen Regeln, die bei Beginn des Shabbat eingehalten werden müssen, z.B. von der „Kochkiste“, in der vorbereitete Speisen warmgehalten werden, weil eben kein Feuer entzündet werden darf, vom Shabbat-Lift in Hotels, der dann ständig läuft und in jedem Stockwerk hält, vom abgesperrten Mea Shearim-Viertel, in dem die orthodoxen Juden in Jerusalem leben, in dem dann auch kein Auto fahren darf (Verbrennungsmotor!) Das bedeutet, dass man an diesem Tag wirklich Ruhe und Zeit für Gott, für die Familie, für sich hat.

Vortrag von Prof. Dr. med. Martin Wabitsch (Ulm)

Der Vortrag (auch schon auf dem IKT 2014 in München gehalten) ist das Ergebnis einer Gruppenarbeit der Arbeitsgruppe
„Medizin„ der Neuapostolischen Kirche (NAK). Er beschäftigte sich mit der rasanten Entwicklung der Biotechnologie
und den heutigen Möglichkeiten zur verbesserten Diagnose und Therapie erbgutbedingter Krankheiten.
Als Kinder- und Jugendarzt an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm ist Martin Wabitsch tagtäglich
in seiner medizinischen Praxis mit den ethischen Problemen und den grundsätzlichen Fragen „Was ist das Leben,
was ist lebenswertes Leben und wie gehen wir damit um?“ konfrontiert.

Da in konkreten Fällen auch die betroffenen Patienten oder deren Angehörige als medizinische Laien in teils
schwerwiegenden Entscheidungsprozesse eingebunden werden müssen, sollte der Vortrag dazu dienen, einerseits
ein gewisses Maß an Basiswissen zu vermitteln, andererseits auch Orientierung für eine christliche Ethik in
diesen Fragen anhand der Stellungnahmen unserer Kirche anzubieten. Das gilt nicht nur, wenn eine künstliche
Befruchtung in Betracht gezogen wird, sondern auch wenn im Rahmen einer Pränataldiagnostik (PND) genetisch
bedingte Defekte im Laufe einer Schwangerschaft diagnostiziert wurden.


Am 8.10.2015 besuchte eine kleine Gruppe die Stuttgarter Synagoge. Freundlich wurden wir vom Kantor begrüßt. Die Männer unter uns gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen, weil das  an diesem Ort als Ehrerbietung Gottes angesehen wird. Die Synagoge ist eine wichtige Institution im Judentum, aber kein geweihter Bau. Sie dient als Versammlungsort für gemeinschaftliche Gebete  und Feiern sowie als Haus der Lehre, ist aber kein Tempel. Der steht/stand nur in Jerusalem, ist aber seit 70 n.Chr zerstört und noch nicht wieder aufgebaut.
Der Kantor erklärte uns die Einrichtung der Synagoge. An der Ostwand in Richtung Jerusalem werden in einem speziellen Schrein die Tora-Rollen aufbewahrt. Bis heute werden sie von Hand geschrieben und sind sehr wertvoll. Das geht so weit, dass Tora-Rollen, die nicht mehr benützt werden können, beerdigt werden. Über diesem Schrein, der Lade, hängt ein Licht, das an die Feuersäule erinnert, die die Juden auf ihrem Weg durch die Wüste begleitet hat. Das Lesepult für die Tora-Rolle, die Bima, steht entweder der Lade gegenüber oder in der Mitte des Raumes, je nach Glaubensausrichtung der Gruppe, die die Synoge erbaut hat.  Die Lade selbst ist mit einem Vorhang verschlossen. Im Raum befindet sich auch eine Menora, der siebenarmige Leuchter, dessen Kerzen  nach bestimmten Vorschriften entzündet werden.